(11.Apr.28) Stoppt die Unfälle auf der Gladbecker B224 – jetzt" - Pressemitteilung

Die Bundesstraße 224 im Bereich des Gladbecker Stadtgebiets ist ein markanter Unfallschwerpunkt. Der dichte Verkehr mit mehreren tausend Pkws und mit überdurchschnittlich vielen Fernlastern, die die Ortsdurchfahrt mit den erlaubten 70 km/h nutzen, bringt großes Leid und erhebliche Schäden für viele Menschen.
Das ist das Ergebnis der dem Bürgerforum Gladbeck erteilten Auskünfte der zuständigen Dienststellen der Verkehrspolizei. Danach haben sich in den vergangenen fünf Jahren zwischen der Anschlussstelle der B224 an die A2 im Süden und dem Übergang der Bundesstraße auf die ausgebaute A52 im Nordosten (Höhe Shell-Tankstelle) neben gemeldeten 238 leichten Unfällen mindestens 140 Unfälle mit erheblichen Sachschäden, zusätzlich 49 Unfälle mit Verletzten, davon mit 13 Schwerverletzten, und ein tödlicher Unfall ereignet.

„Angesichts dieser Situation ist es für uns nicht nachvollziehbar“, erklärt der Vorsitzende des Bürgerforums, Dr. Norbert Marißen, „dass sich Verwaltung und Rat der Stadt beharrlich weigern, die Reduzierung der zulässigen Höchsttempos innerhalb des Stadtgebiets auf die für Innenstadtstraßen üblichen 50 km/h zu reduzieren. Der heutige Zustand mag zwar dem Fernverkehr gefallen, für die Bürger der Stadt und viele Verkehrsteilnehmer bedeutet das Festhalten an der aus den 1960er Jahren festgelegten, für den damals wesentlich geringeren Verkehr vielleicht nachvollziehbaren Situation aber unnötige Risiken und Gefahren für viele Menschen.“ Zur Erläuterung seiner Forderung führt Marißen die folgenden Fakten ins Feld:

  • Ein nach dem Ratsbürgerentscheid von 2012 im Rat eingebrachter Antrag der Fraktionen von SPD und Bündnis 90 /Die Grünen, die B224 zu einer bürgerverträglichen Stadtstraße umzugestalten, liegt dem Rat bis heute nicht bearbeitet vor.
  • Die an der Gladbecker Ortsdurchfahrt angekündigte Rotlichtkontrolle findet in Wahrheit nicht statt. Ihre Radarmesswagen hat die Stadtverwaltung noch nicht ein einziges Mal zu Tempomessungen an der B224 eingesetzt.
  • Gegen eine Klage von Anwohnern vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, die auf die Einführung von Tempo 50 und eines Nachtfahrverbots abzielt, wehrt sich die Stadt mit teuren und wenig überzeugenden Gutachten.
  • Auf einen im März 2017 im Rat eingebrachten Antrag, die Gefahrenlage zu beseitigen, konnte sich die Verwaltung nur zur Aufstellung eines Schildes entschließen, das auf die gefährliche Situation hinweist. Das ist angesichts der Unfallzahlen nur untaugliche Symbolpolitik.
  • Dass es auch anders geht, zeigt unsere Nachbarstadt: Die B224 ist im gesamten Essener Stadtgebiet seit Jahren selbstverständlich zu einer innerstädtischen Straße mit vielen Ampeln, Vorrang für Querverkehr und Tempo 50 umgebaut. Der Fernverkehr umfährt Essen großräumig.

Die Stadt Gladbeck ist nach der bestehenden Gesetzeslage berechtigt und nach Auffassung des Bürgerforums angesichts der Unfallzahlen auch verpflichtet, unverzüglich verkehrslenkende Maßnahmen zu ergreifen. Nach allen Erfahrungen mit Tempolimits könnte schon die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h die Gefahren- und Unfallsituation wesentlich entschärfen. Sie würde ohne weiteres dazu führen, dass insbesondere viele Lastkraftwagen, die heute auf Fernstrecken durch Gladbeck unterwegs sind, die Autobahnen nicht verlassen und damit zu einer Reduzierung von Lärm und gasförmigen Immissionen (Stickoxide und Feinstaub) für die Bewohner der Stadt beitragen.

Eigene Recherchen des Bürgerforums, unter anderem bei für NRW staatlich zertifizierten Sicherheitsauditoren, haben ergeben, dass angesichts der hohen Unfallzahlen auf der B224 in Gladbeck unverzüglich Maßnahmen zur Senkung der Unfallhäufigkeit eingeleitet werden sollten. Neben Maßnahmen zur Überwachung von Verkehrsregeln (Rotlichtverstöße, Geschwindigkeitsüberschreitungen) empfehlen die Experten eine sofortige Geschwindigkeitssenkung, um vor allem die Unfallhäufigkeit im Längsverkehr zu reduzieren.

Auch die Unfallkommission beim Kreis Recklinghausen ist, so das Bürgerforum, ebenso wie die Stadt Gladbeck, verantwortlich für die Schadensbegrenzung. Sie müsse sich möglicherweise ebenfalls eine Pflichtverletzung vorwerfen lassen, weil ihr die Unfallsituation eigentlich bekannt sein müsste.

s. Anlagen: Auskünfte Polizeipräsidium Recklinghausen und Polizeidirektion Münster (die Zuständigkeit der Behörden ist aufgrund historischer Gegebenheiten an der Gladbecker Steinstraße geteilt.)


(11.Apr.17) Zweites Infoblatt  "Frischer Wind" - Pressemitteilung

Die zweite Ausgabe des „Frischen Windes“ ist fertiggestellt. Die Papierversion wird in den nächsten Tagen an die Gladbecker Haushalte verteilt. Die  elektronische Fassung (pdf) kann gern weitergegeben werden.
Für die Verteilung sucht das Bürgerforum noch einige Helfer. Bitte melden Sie sich bei Interesse bei Stephan Müller, der die Aktion für den Vorstand koordiniert, Tel 0176 78052672, oder  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Bei unserem offenen Treffen am 10.04.17 haben wir festgelegt, dass wir uns in geeigneter Weise auch in die Planung zum Ausbau des Autobahndreiecks A2 /A31 einbringen wollen. Die Baustelle grenzt unmittelbar an bebautes Gebiet von Gladbeck an und wird, anders als es die Straßenbauverwaltung glauben machen will, unsere Bürger mit Immissionen erheblich beeinträchtigen. Matthias Raith bereitet die ersten Schritte unserer Aktionen vor. Wer Interesse und insbesondere Sachkenntnisse zu den örtlichen Gegebenheiten hat, wird gebeten sich bei ihm zu melden. Danke im Voraus.


(18.Apr.17) Keine guten Aussichten für den ÖPNV in den nächsten fünf Jahren - Fragen und Antworten vor der Landtagswahl

Der permanente Kostenanstieg für die Nutzung von Bus und Bahn wird zu einem jährlich wachsenden Wettbewerbsnachteil des ÖPNV. Sehen die Politiker hier ein verkehrspolitisches Problem, dem man entgegensteuern muss? Deswegen haben wir die LandtagskandidatInnen in einem Brief um ihre Meinung gebeten.

Leider haben nur Herr Hübner (SPD) und Herr Michalowsky (DIE LINKE) unsere Frage zur Preisexplosion für Busse und Bahnen beantwortet. Den Kandidaten von CDU und Grünen in Gladbeck scheint das Thema zu unwichtig zu sein, um dazu Stellung zu nehmen. Ein guter und bezahlbarer ÖPNV ist wohl nicht ihr Anliegen.

Fazit: Zwar werden von Herrn Hübner und Hern Michalowsky zahlreiche Maßnahmen gefordert, die Bus und Bahn attraktiver machen sollen, diese werden aber den Fahrpreis nicht senken. Wenn die Preisrelation zum PKW nicht umgekehrt wird, bleiben dem ÖPNV die bekannten Kunden: Schüler/innen und Studenten/innen, Menschen, die keinen Führerschein oder kein Auto besitzen oder aus gesundheitlichen Gründen nicht Auto fahren können. Keine guten Aussichten für den ÖPNV in den nächsten fünf Jahren.

Die vollständigen Antworten finden Sie hier:
  Michael Hübner (SPD)
  Ralph Michalowsky (Die Linke)


(25.Feb.17) A52: Aktuelle Situation und Aussicht

Vor einigen Tagen ist ein Zeitplan (pdf) bekannt geworden, nach dem Straßen.NRW die A52 planen und bauen will.

Obwohl man ziemlich sicher davon ausgehen kann, dass dieser Zeitplan unrealistisch ist, ist unübersehbar, dass die angeblichen Vereinbarung zwischen Land und Stadt-Gladbeck mit diesem Zeitplan nicht eingehalten werden.

Laut dem Vereinbarungsentwurf, von dem fälschlich behauptet wird, dass er rechtsgültig wäre, sollte die Finanzierungszusage für den Gladbecker Tunnel erteilt sein, bevor der Baubeginn des anderen Abschnittes in  Bottrop startet. Dies sollte der Sicherheit Gladbecks dienen, dass im Anschluss an den Bau des Wittringer Autobahnkreuzes wirklich der Tunnel kommt. Am Zeitplan ist jetzt ablesbar, dass der Bau in Bottrop schon im November 2019 starten soll (wer soll das denn glauben ?), der früheste Zeitpunkt für die Finanzierungszusage des Tunnels durch einen Finanzierungsbeschluss des Bundstages liegt aber erst am Ende der zugehörigen Planfeststellung – und das soll zum August 2023 sein. Damit soll also laut offiziellem Zeitplan die rechtssichere Finanzierungszusage für den Tunnel erst 4 Jahre nach Baubeginn der A52 erfolgen, wenn der Autobahnbau in Bottrop fertig ist und das Kreuz A52/A2 längst im Bau ist. Ob dann noch die Geldausgabe für einen Tunnel beschlossen wird weiß nur der Himmel, Druckmittel für den Bau des Tunnels hat die Stadt dann keine mehr.

Spätestens mit Vorlage dieses Zeitplanes dürfte bewiesen sein, dass der Berliner Vereinbarungsentwurf und das zugehörige Eckpunktepapier völlig wertlose Papierstücke sind. Ob Tunnel oder kein Tunnel hängt von der Kassenlage im nächsten Jahrzehnt ab und vom Goodwill der Ministerien in Bund und Land. Der mal von den Politikern in Aussicht gestellte lange Tunnel (bis Buer) ist bereits außen vor.

Die angestrebte Rechtssicherheit über den Tunnel gibt es entgegen den Ankündigungen der Autobahnlobby und ihrer Politiker jedenfalls nicht. Manche würde es nicht wundern, wenn sich die Gladbecker Politik unter diesen Bedingungen gegen den Ausbau in Bottrop wenden würde. Eigentlich müsste sie das sogar, vorrausgesetzt dass ihr die Interessen der eigenen Stadt mehr am Herzen liegen als die Interessen der Nachbarstädte.


(19.Feb.17) Geplanter Radschnellweg RS2 - Für Gladbeck kein brauchbarer Weg nach Essen
Das Gutachten zum RS2 soll im Frühjahr der Öffentlichkeit bekannt gegeben werden. Nach Informationen, die dem ADFC vorliegen, führt der RS2 von der Gladbecker Innenstadt zunächst zur Bottroper Innenstadt und nicht direkt über Altenessen in die Essener City.
Dabei werden fast ausschließlich zwischen GLA und BOT vorhandene Wege und Straßen genutzt. Lediglich in Ellinghorst soll es einen kurzen neu zu bauenden autofreien Abschnitt auf einer ehemaligen Bahntrasse nur bis zum Kirchschemmbach geben. Parallel zum Kirchschmemmbach sollen Fahrradstraßen auf vorhandenen Straßen eingerichtet werden. Über das Gelände von Prosper III in Bottrop gelangt man anschließend zur Scharnhölzstraße, über die der Weg, wieder ausgewiesen als Fahrradstraße, zur Bottroper Innenstadt führt.
Damit handelt es sich um einen Radschnellweg von Gladbeck nach Bottrop und nicht von Gladbeck nach Essen. Wäre es wenigstens vorgesehen, den Radschnellweg von Ellinghorst über die Bahntrasse autofrei weiter nach E-Bergeborbeck zu führen, wäre eine halbwegs akzeptable Qualität für Gladbecker Radler entstanden. Die Bottroper Innenstadt hätte man über einen Stichweg anschließen können. Aber die jetzt vorgelegte Variante ist nicht der Radschnellweg nach Essen, die sich Gladbecker vorstellen, da sie viel zu weit ist, nämlich knapp 20 km :

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21.2 km, n/a

  Unsere Meinung: Ein Radschnellweg von Gladbeck nach Essen hatte der Bauminister den Gladbeckern/innen eigentlich als Kompensationsleistung für den Bau der A52 verspochen. Bei den ersten Planungen hat sich offenbar der Bottroper Oberbürgermeister Tischler erfolgreich eingemischt und die Trassenführung über die Bottroper Innenstadt mit Erfolg gefordert. Jetzt bekommen die Bottroper einen Radschnellweg nach Essen und die Gladbecker haben wohl das Nachsehen. Wie offenbar wird, hat der Gladbecker SPD-Bürgermeister Roland erneut die Interessen seiner Bürgerinnen und Bürger nicht erfolgreich vertreten können. Unter den politischen Entscheidern in der Region scheint Bürgermeister Roland nur ein Leichtgewicht zu sein.

Hier finden sie unseren Vorschlag als pdf-Beschreibung.