(18.Apr.23) Pressemitteilung Bürgerforum an Grüne: „Willkommen an Bord!“

Das Bürgerforum Gladbeck e.V. begrüßt den Beschluss der Grünen, in dem sie sich städteübergreifend mitsamt ihrer Verbandsfraktion des RVR klar gegen den Ausbau der B224 zur A52 positioniert haben.
Das Bürgerforum, vor nunmehr fast 10 Jahren angesichts der sich abzeichnenden Missachtung des Gladbecker Bürgerentscheides gegründet als Plattform für bürgernahe Projekte, bekämpfte bekanntlich von Anfang an den Ausbau der B224 - und tut dies auch weiter. Das Signal des Bürgerforums an die Gladbecker Grünen ist eindeutig: „Willkommen an Bord! Mitstreiter gegen dieses Steinzeitprojekt der Automobil- Euphorie aus dem letzten Jahrhundert sind willkommen“. Klimabeschlüsse, Umweltgesetzgebung und die Diskussionen um eine Verkehrswende haben deutlich gemacht, dass der Bau der A52 zwischen Gelsenkirchen und Essen mehr schadet als nützt, auch der Stadt Gladbeck.
Vielleicht ist der Entschluss der Grünen ja der Startschuss für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Gladbecker Grünen und dem Bürgerforum zum Vorteil der Bürger und zum Schutz von Klima und Umwelt. Das muss auch nicht auf das Thema der A52 beschränkt bleiben. Es gibt noch viele andere Themen, bei denen es sich lohnt für eine "Lebenswerte Region" zu kämpfen.
Wir würden uns freuen, in unserer Mitgliederversammlung am 15. Mai auch Vertreter der Grünen und weitere, interessierte Bürger begrüßen zu können. Das Bürgerforum ist für alle Bürger offen.


(05.Mrz.23) Pressemitteilung zur aktuellen Berichterstattung der Maastrichtreise einer Delegation aus Gladbeck

Bürgerforum: Um die Tunnelgestaltung geht es doch gar nicht!

Nach der aktuellen Bereisung der vorbildlichen Tunneloberfläche in Maastricht entsteht der Eindruck dies wäre die Lösung auch für Gladbeck. Dabei ist die Art der Gestaltung eines Tunneldeckels nur das kleinste der Probleme. Das eigentliche Problem heißt Autobahn A52 durch ganz Gladbeck. Dies Problem ist 4 km lang und umfasst zusätzlich noch große Teile der A2. 1,5 km schöne Tunneloberfläche lösen die Probleme dort eben nicht! Das Bürgerforum Gladbeck sieht auch die vielen Schattenseiten anstatt nur die strahlende Fassade.

In der gesamten A52-Kampagne „37 Grad Nordost“ wird das Stückchen Tunneldeckel glorifiziert und die schlimmen Auswirkungen des Ausbaus der gesamten B224 zur A52 werden ansonsten systematisch verschwiegen. Es existiert z.B. in der Kampagne gar kein riesiges Autobahnkreuz, das in dieser Größe nicht mit einem wirksamen Schallschutz versehen werden kann. Bei Sitzungen zu „37 Grad Nordost“ konnte von dem Beirat, den die Stadt berufen hatte, nichts anderes besprochen werden, als der Tunneldeckel, nochmals der Tunneldeckel und abermals der Tunneldeckel. Die riesigen Schallschutzprobleme wegen der durch den Ausbau verursachten Verkehrszunahme, auch an der A2, standen nie zur Debatte. Schon bei den Lärm- und Schadstoffemissionen, die von den Tunnelenden ausgehen, hörte es auf. Da passt die Reise in das schöne Maastricht ins Bild.

Bei den über 750 Häusern in Brauck und Butendorf, die wegen des auch auf der A2 zunehmenden Verkehrs durch den Ausbau laut offizieller Lärmprognose von Überschreitungen des Grenzwertes an Schallemissionen betroffen sind, hilft eine schöne Tunneloberfläche rein gar nichts. Das Selbe gilt für evtl. betroffene Häuser in Ellinghorst oder Gladbeck-Ost.

Um den Tunnel überhaupt bauen zu können, muss vorher das riesige Autobahnkreuz in Wittringen gebaut werden. In Nord- Süd- Richtung (A52) zählt das Kreuz mit seinen zuführenden Trassen 15 Spuren, in Ost-West-Richtung (A2) 18 Spuren. Dafür existiert im Gegensatz zum Tunnel bereits ein ordentlicher, genehmigter Plan (Vorentwurf) und das Planfeststellungsverfahren läuft schon seit 2015. Das gilt auch für die Fortsetzung des Ausbaus bis zur A42 in Essen seit 2008. Erst wenn diese Teile der A52 gebaut sind, kann mit dem Tunnelabschnitt bis zur Landstraße, Richtung GE-Buer begonnen werden. So sehen es bisher auch alle Zeitpläne vor. Die Zeit drängt also nicht und angesichts des Planungsstandes ist es für die siebenstelligen Ausgaben, die unsere Stadt jetzt schon für den mutmaßlichen Tunnelbau tätigt viel zu früh.

Weil solch ein Autobahnkreuz wegen seiner Ausdehnung keinen wirksamen Schallschutz erhalten kann und vor allem die vielen Überführungen des dreistöckigen Riesenkreuzes nicht mit Flüsterasphalt ausgestattet werden und schwere Schallschutzmauern großteils nicht tragen können, wird die Umgebung kilometerweit mit Lärm geflutet. Erholungssuchende können anstatt in Wittringen aber nicht auf dem neuen Tunneldeckel flanieren, denn dort befindet sich künftig eine Hauptstraße, die den innerstädtischen Verkehrsanteil der jetzigen B224 aufnimmt und gleichzeitig als Autobahnzubringer durch die Stadt zu den Auf- und Abfahrten an den Tunnelenden darstellt. So schön wie in Maastricht soll es in Gladbeck nicht werden.

Im Gegensatz zu Maastricht werden die Tunnelenden in Gladbeck direkt bei den dichten Wohngebieten liegen. Die Abgase und Feinstäube, die in der 1,5km Tunnelstrecke entstehen, quellen konzentriert aus den Tunnelenden heraus und treiben von dort mit dem Wind in die Phönixstraße/ Brokampsiedlung und die neue Wohnbebauung am roten Turm und GLA-Ost. Dazu gesellen sich die typischen Lärmemissionen, die PKW und LKW auf der A52 bei der Ein- und Ausfahrt am Tunnel verursachen. Den Anwohnern im Bereich der Tunnelenden schadet der Tunnel also sogar ganz erheblich anstatt ihre Lebensqualität zu verbessern. Ein langer Tunnel der die gesamte Stadt untertunnelt ist nicht vorgesehen.

Die Umleitungsverkehre während der Bauzeit müssen sich durch Gladbeck quälen und drohen den Bürgern und auch der örtlichen Wirtschaft Schaden zuzufügen. Dieser Schaden wird bei mindestens 10 Jahren Bauzeit enorm sein.

All das wird im Projekt „37 Grad Nordost“ –auch bei der Fahrt nach Maastricht– verschwiegen, auch die Probleme, die vor allem an Graben-/Land-/ Marienstraße, Horster Straße und anderen Zubringern zu den künftigen Auf- und Abfahrten der A52 im Innenstadtbereich entstehen werden. Die Menge der Nachteile kann ein noch so schön gestalteter Tunneldeckel in Gladbeck nicht annähernd ausgleichen. Es werden zu viele Menschen in Gladbeck zu leiden haben, Maastricht hin oder her. Aber ohne diese leidvollen Nachteile ist der Tunnel nicht zu haben.

Ob für den Tunnel nach dem Bau des Autobahnkreuzes unter den derzeitigen weltpolitischen Vorzeichen die immensen Mittel für den erheblich teurer als vorgesehen gewordenen Tunnelabschnitt zur Verfügung gestellt werden ist unklar. In offiziellen Antworten auf Anfragen von Grünen und Linken an Landes- und Bundesregierung werden die eindeutig gestellten Fragen nach der Finanzierungsbereitschaft nicht bejaht. Inwieweit neue Klimaschutznotwendigkeiten den Ausbau der B224 nach 2030 überhaupt noch ermöglichen steht in den Sternen. Ob es denn überhaupt einen Tunnel in Gladbeck geben kann? Das Bürgerforum bezweifelt dies sehr!

In dieser unklaren Lage dem Ausschuss für Stadtplanung die Zustimmung zu einem Werkstattverfahren zur Tunnelgestaltung abzuverlangen ist unverständlich, aber nach der Besichtigung des Prunkstückes in Maastricht, das es so in Gladbeck nicht geben wird und auch nicht geben soll, ist zu befürchten, dass der Ausschuss dem Beschlussvorschlag zustimmt.

Die Kampagne „37 Grad Nordost“ wird nicht von Stadtplanern, sondern von einem externen PR- Büro betreut. „Immer wenn es schwierig wird“ stand auf deren Homepage zu lesen. Schwierig? Ja, das war nach der Ablehnung in der Bürgerabstimmung des Jahres 2012 allerdings wirklich der Fall. Daher war eine Greenwashing– Kampagne geradezu vorprogrammiert. Die unübersehbaren und unlösbaren Probleme, die unsere Bürger bei der Tunnelabstimmung richtig erkannt hatten, sollen nun mit Hilfe von Propagandabildern zur Tunneloberfläche und dem Versprechen des „Zusammenwachsens“ vergessen gemacht werden. Es müsste doch vor jeder Überlegung, ob und wie man den Tunneldeckel nutzen und gestalten könnte, doch erst einmal ein genehmigter Vorentwurf für den gesamten Tunnelabschnitt vorliegen und ein Planfeststellungsverfahren begonnen haben. Das könnte man nüchtern analysieren. Aber noch nicht einmal das ist der Fall. Auf genehmigte Pläne anstatt unverbindlicher Versprechen von Politikern und Planern wartet Gladbeck seit über 10 Jahren vergeblich; dabei ist der Ausbau der B224 zur Autobahn seit 1992 als „vordringlich“ definiert –passiert ist baulich aber bisher nichts.

Das Bürgerforum Gladbeck fordert die Gladbecker Politik auf, endlich das Ausbauprojekt der B224 zur A52 als Ganzes realistisch in die Betrachtung zu nehmen und bittet, nicht auf schöne Hochglanzbilder vom Tunneldeckel herein zu fallen. Dann wird sich herausstellen, dass der Autobahnbau zum Schaden der Stadt wäre. Gladbeck ist nicht Maastricht!


(01.Mrz.23) Neues zu A52-Tunnel  37°

In der Presse wird über die Exkursion zum Tunnel in Maastricht berichtet:

Stadt GLA "37°Nordost: Politik und Verwaltung informieren sich über Tunnelprojekt in Maastricht"
StadtSpiegel "Besuch aus Gladbeck in Maastricht"
Neue GLA Zeitung "Tunnelbau zu Gladbeck: Maastricht kann kein Vorbild sein"
Neue GLA Zeitung "A52-Tunnel: wovon die Stadt Gladbeck so träumt"
WAZ "Tunnelbau: Gladbecker sind angetan von Maastrichter Lösung", WAZ "A52-Tunnel: Maastricht als Vorbild für Gladbeck?
NGZ "Bürgerforum Gladbeck zur Ratsexkursion nach Maastricht"
WAZ "A52-Gegner zum Tunnel: Gladbeck ist nicht Maastricht"

Bestellung des "Plädoyers für eine bessere Mobilität auf der Nord-Süd-Verbindung zwischen Marl, GLA, BOT und E als Alternative zum Bau von Teilstücken einer A52"


(25.Jan.22) Kreuzung B224/Schützenstraße immer noch gefährlich

Das Bürgerforum e.V.  fordert seit Jahren Verbesserungen der Sicherheitslage für Zufussgehende und Radfahrende an der Kreuzung B224/Schützenstraße. Im Herbst 2022 listete das Bürgerforum in einem Brief an die Bürgermeisterin erneut zahlreiche Vorschläge auf, die dort zu mehr Sicherheit führen würden. 

Die konkreten Vorschläge können hier eingesehen werden, s.a. hier und 
"Offerner Brief Querung Schützenstr-B224", "Übergang an der B224", "Flop der Woche: Gefahrenstelle B224 Übergang", "B224/Schützenstraße: Neue Vorschläge für mehr Sicherheit", "Absicherung Übergang B224", "zum Ortstermin des Bürgerforums Gladbeck am Fußgängerübergang B224"


(04.Juni.22) Leserbrief zum WAZ Windrad Komemtar

Zum Kommentar WAZ Samstag 04.6.22, Steag-Windrad von Herr Meinert, WAZ Redaktion Gladbeck.

Kommentare geben immer die Meinung des Kommentators wieder, aber wenn die derartig Einseitig von der Mehrheitsmeinung der Politik und der betroffenen Anwohner abweicht, darf das nicht unwidersprochen stehen bleiben.
Bekanntlich hat sich das Bürgerforum immer dafür stark gemacht, dass die Mottbruchhalde, unter dessen Aufschüttung die Bürger jahrzehntelang gelitten haben, schlussendlich auch von diesen Bürgern genutzt werden sollte. Das wäre nur gerecht. Dass Gladbeck Wind sich die Haldennutzung zu Profitzwecken unter den Nagel reißt muss als empörend empfunden werden.
Es ist natürlich auch für das Bürgerforum Gladbeck e.V. selbstverständlich, dass wir die Windkraft brauchen, aber deswegen wird nicht jeder beliebige Standort für Windkraftwerke ein geeignetes Idyll. Kann man sich ein Windkraftwerk im Grugapark vorstellen? Machbar wäre das. Auch der Standort auf der Mottbruchhalde ist ungeeignet, hier wirkt eine Einzelanlage auf die großartige Möglichkeit der Nutzung der Halde durch die Bürger sehr störend. Auch wird dieses eine Windkraftwerk gewiss nicht die Lösung des Ukrainekrieges bringen und auch keinen nennenswerten Beitrag zur Energiewende in Deutschland liefern können.
Gladbeck Wind hat ein überaus freundlich formuliertes Schreiben der Gladbecker Politik zukommen lassen, das in Wahrheit eine vergiftetes Angebot ist.
Zum Gesamtbild hat Franz Kruse,  1. Vorsitzender des Bürgerforums folgenden Leserbrief für den Stadtspiegel Gladbeck verfasst. So einseitig wie von Ihnen kommentiert kann das nach Meinung des Bürgerforums nicht stehen bleiben.

Leserbrief mit der Bitte um Veröffentlichung in der WAZ

Man täusche sich nicht über das Angebot der Firma Gladbeck Wind zur Unterstützung von Freizeitmöglichkeiten trotz Windkraftwerk auf der Mottbruchhalde: Das ist ein zuckersüß formuliertes, aber inhaltlich äußerst unfreundliches Schreiben! Man lese einmal genauer nach:

1.  Der Windkraftwerkbetreiber Gladbeck Wind schränkt die Realisierung der im Gladbecker Stadtrat beschlossen Pläne der Haldenwelt ein, indem er dies lediglich "rings der Halde" ganz freundlich genehmigt. Die Bürger, die Jahrzehnte unter der Aufschüttung gelitten haben, wollen aber nun völlig zu Recht die Halde nutzen können, nicht nur dem Bereich ringsum. So ist es auch eigentlich demokratisch vom Stadtrat beschlossen, doch dagegen will der Betreiber nun seine Interessen durchsetzen.

2.  Allen Realisierungen der Städtischen Planungen steht Gladbeck Wind nur dann "grundsätzlich offen" gegenüber, "solange Betriebsabläufe und Verkehrssicherheit des Windrads nicht berührt sind". Das heißt im Klartext: Firma Gladbeck Wind first, Städtische Gladbecker Haldenwelt second. Was der Stadt unter diesen Bedingungen noch als Spielraum bleibt ist ungewiss.

3.  Von einer Finanzierungsbeteiligung mittels Zuschüssen durch Gladbeck Wind ist keine Rede. Das könnte Gladbeck Wind auch gar nicht leisten, denn das ist bisher eine reine Schuldenfirma und wird das absehbar auch noch etliche Jahre bleiben. Was also ist das konkrete Angebot?

4.  Dass die Realisierung der umfangreichen Ideen der Internationalen Gartenausstellung 2027 für die Mottbruchhalde bereits endgültig gescheitert ist (da sind in Gladbeck 15. Mill.€ Investitionsvolumen verloren gegangen) wird von Gladbeck Wind völlig verschwiegen. Und da ist nichts mehr zu retten. Ebenso verschweigt Gladbeck Wind, dass der gesamte Nahbereich um die Halde zur Erholung kaum noch geeignet ist, weil er durch die Geräuschkulisse des Windkraftwerkes –auch je nach Betriebszustand der Windanlage– erheblich gestört ist.
Ob nach diesem Schreiben der Gladbeck Wind die Gladbecker Politik noch Interesse an dem offerierten "Austausch mit allen demokratischen Kräften" haben sollte, muss bezweifelt werden. Der dahin gehende Beschluss des Stadtrates ist hoffentlich nicht so ganz ernst gemeint.

s.a.
 WAZ Kommentar "Windrad Mottbruchhalde: Die Politik verrennt sich"
 WAZ "Stadt Gladbeck kämpft vorläufig weiter gegen Steag-Windrad"
 BF "Ganzheitliche Betrachtung der A52 in Gladbeck"